0711er der Woche_Till_BigFM_by Saeed-1130166In der Serie „0711er der Woche“ stellen wir euch jeden Montag einen Stuttgarter vor, den man unter Umständen kennt – und doch nicht so recht kennt. Leute, die unsere Stadt durch ihr Schaffen auf verschiedenste Art bereichern, aber oftmals doch im Hintergrund bleiben. Menschen wie du und ich, die ihren Teil dazu beitragen, dass Stuttgart das ist, was es ist: unsere Stadt, die Mutterstadt. Nachdem wir mit dem jeweiligen 0711er etwas Zeit verbringen, verewigen sie sich in unserem 0711er Buch.


Till ist Moderator bei BigFM seit es den Sender in Stuttgart gibt. Obwohl er im Norden geboren ist, ist Stuttgart für ihn seine neue Heimat geworden. Warum das so ist und warum er seinen Traumjob als Moderator nicht bis zur Rente machen will, hat er uns im Gespräch verraten.

Ein Text von Niko mit Fotos von Saeed

Till ist sozusagen ein “Neigschmeggder”. Geboren wurde er in der Nähe von Oldenburg, immerhin mit einem Kinderzimmer mit Meerblick. Erst mit 20 Jahren kam er nach Stuttgart. BigFM hatte damals inseriert und Till wollte schon immer zum Radio. Er fing bereits mit 15  an, bei einem freien Sender in seinem Heimatort zu moderieren.

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„Ich kann nur jedem der ins Radio möchte empfehlen, so früh wie möglich anzufangen,” sagt Till. Für seine Arbeit bekam er einen Medienpreis in Oldenburg. Daraufhin klingelte sein Telefon, MTV war dran. Beim Musikfernsehn  (Ja, das gab es mal im FreeTV!) moderierte er seine eigene Sendung namens „inTouch“.

„Ich kann nur jedem der ins Radio möchte empfehlen, so früh wie möglich anzufangen.“

Till’s Vorbilder im Fernsehen waren immer die Talkshow-Master im Mittagsprogramm. Was heute als Assi-TV gilt, hatte damals noch Niveau und Stil. Man hört ihm richtig die Begeisterung für den Beruf an: „Ich wollte immer werden wie Arabella auf proSieben!“ Dort war er als 16-jähriger sogar mal zu Gast. „Ich bin froh, dass es das digitale Zeug damals noch nicht gab. Sonst wäre ich mit meinem Auftritt dort jetzt garantiert auf YouTube.“

Nach einem Jahr zog MTV nach München. Unser 0711er der Woche aber wollte nicht mit. „Ich war noch zu jung und hatte auch einfach keinen Bock auf die Stadt.“ Till begann stattdessen eine Ausbildung als Marketingkaufmann. Sein großer Traum war aber immer noch der Job vor dem Mikro. Zwei Wochen vor Ende seiner Ausbildung sah er im Internet eine Anzeige von BigFM und bewarb sich. Als die Zusage kam, packte er seine sieben Sachen und zog in den Süden der Republik. Genauer gesagt an den Stuttgarter Ostendplatz.

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Mittlerweile lebt Till im Heusteigviertel. Das liegt vor allem an seinem Hund. „Der Süden ist halt viel freundlicher für Hunde.“ Die Parkplatzsituation ist das Einzige, was ihn am Heusteigviertel nervt. Auch wenn das BigFM-Studio in der Kronenstraße nah ist, fährt Till mit dem Auto zur Arbeit. Sein Hund muss nämlich in den Hundekindergarten!

Bei BigFM war Till von Anfang an dabei. „Ich hab hier die Tür zu dem Laden aufgeschlossen, und ich bin sicher auch der, der sie wieder zuschließt,“ sagt unser 0711er der Woche lachend. Er und seine Kollegen hatten vom Land Baden-Württemberg den Auftrag, einen privaten landesweiten Jugendradiosender zu etablieren. Die Politik ist nämlich dafür verantwortlich, dass es eine ausgeglichene Radiolandschaft gibt. Radio hat sich seit dem Anfang von BigFM stark verändert, meint Till. „Junge Menschen werden mit Informationen zugeballert heutzutage. Und das müssen wir als Sender halt erfüllen, wir müssen auf allen Kanälen unterwegs sein, um die Leute zu erreichen.“

„Ich liebe Stuttgart. Ich kann mir nicht vorstellen hier wegzuziehen“

Die Frage, warum er schon immer moderieren wollte, beantwortet unser 0711er der Woche wie aus der Pistole geschossen: „Ich wollte berühmt werden!“ Als BigFM an den Start ging, fragte der Programmchef bei Till und seinen Kollegen nach, warum sie beim Radio arbeiten wollten. Die Antworten waren sowas wie ” journalistisches Arbeiten, investigative Stories und die Jugend aufklären.” Der Programmchef: „Will keiner von euch berühmt werden und seine Fresse auf einer riesigen Plakatwand sehen?“ Till hob sofort die Hand.

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In Stuttgart hat sich der gebürtige Oldenburger mittlerweile richtig verliebt. „Ich mag den Flair, ich mag die Nähe zur Natur und vor allem die Leute hier.“ Nur die Partykultur lässt zu wünschen übrig: „Ich bin 2000 hierher gezogen. Damals haben wir die Stadt noch kaputtgefeiert und zwar von Freitag-Nachmittag bis Sonntagabend. Das kannst du heute nicht mehr machen.“

Woran das genau liegt, kann Till gar nicht genau sagen. „Ich denke, dass hängt vor allem mit dem Fame der Theo zusammen.“ Trotzdem kann Till auch beim Thema Partykultur der Mutterstadt etwas positives abgewinnen: „Früher war das hier so krass, mit dem Sehen und Gesehen werden. Du kamst in den Club, und wurdest erstmal von den Leuten von oben bis unten auf deine Klamotten gescannt. Das ist heute lässiger geworden.“

„Durch die Schnelllebigkeit der heutigen Zeit hat sich leider auch der kulturelle Anspruch der Leute verändert.“

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Mittlerweile ist Till sogar soviel 0711er, dass er schon beim VfB mitfiebert: „Fussball juckt mich eigentlich nicht. Aber wenn die den Wiederaufstieg nach nur einem Jahr packen, dass wäre doch der Wahnsinn.“

Till ist bei BigFM seit einigen Jahren Chef vom Dienst. „Ich moderiere immer noch gerne. Aber ich will nicht mit 50 irgend so ein abgehalfterter Moderator sein, der verzweifelt um Jobs betteln muss.“ Moderieren sei einfach anstrengend, meint er. „Irgendwann wirst du davon halt blöd. Du musst immer 120% da sein, immer gut drauf sein. Auch wenn sich grade deine Freundin von dir trennt musst du voll am Start sein und lachen, wenn das Mikro an ist.“

Till, wir hoffen für dich und für uns, dass du auch weiterhin immer gut drauf bist. Auch wenn das Mikro aus ist!

NAME … Till   –  ALTER … zum wiederholten Male 29

HERKUNFT … ausm Osten  –  STADTTEIL … im Süden

WAS ICH SO MACHE … Depp vom Dienst bei bigFM

MEIN LIEBLINGSORT IN STUTTGART IST … Heusteigviertel

GLÜCKLICH MACHEN KANN MAN MICH MIT … LEGO

MEIN PERFEKTES WOCHENENDE VERBRINGE ICH MIT … Viel Essen, chillen und mit meinem Hund unterwegs sein.

ICH KANN NICHT OHNE … Red Bull – Blutgruppe Red Bull positiv

DAS SOLLTE MAN GESEHEN HABEN … Viele tolle Orte in Stuttgart. Fragt mich einfach ich zeig sie Euch

DAS MACHE ICH, WENN KEINER ZUSCHAUT …  Schielen

ICH WÜRDE NIEMALS … Alles anders machen

ICH LIEBE AN STUTTGART … Das Wetter, die Umgebung und auch ein wenig den schwäbischen Dialekt. Comedy für mich

ICH HASSE AN STUTTGART … Das „gesehen und gesehen werden“ Ding von den Leuten die in bestimmten Bars abhängen

WENN NICHT STUTTGART, DANN … London

DAS HABE ICH IMMER IM GEPÄCK … Fotokamera

WENN ICH MORGENS AUFSTEHE, MACHE ICH DAS IMMER ZUERST … Eine Zigarette rauchen (ich weiß es ist eklig)

SO KRIEGT MAN MICH RUM … Blond, blaue Augen und tolle Zähne

WENN ICH DIE FREIE WAHL HÄTTE, WÜRDE ICH HEUTE ABENDESSEN MIT … Allen die Βock haben

UND ZWAR WO? … in der Little Greek Tavern in Cannstatt

STUTTGART, ICH WOLLTE DIR SCHON IMMER EINMAL SAGEN … Das ich Dich obwohl ich nei’gschmeckt bin, sehr mag.

 

Niko Kappel
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1 Comment

  1. karl schlunz Reply

    wenn man einem eher unwichtigen menschen den in köln und augsburg schon keiner mehr kennt schon eine so lange seite widmet sollte mann vll. auch erklären warum sich dieser herr frank simoleit eigentlich till nennt. das ist nämlich das einzige was mich nach dem lesen des artikels interessieren würde aber darauf gibt es keine antworten. wirklich nahe liegend ist das nicht wie bei sepp josef oder jenny jennifer usw.

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