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Mit Root Longboards haben wir in Stuttgart eine renommierte Longboard-Marke, deren Bretter bei nationalen und internationalen Downhillrennen zum Einsatz kommen. Und ganz nebenbei sind die Jungs auch noch ein sympathischer, kreativer und irgendwie auch irrer Sauhaufen.

Text von Marcel – Fotos von Root


Außenstehende würde sich wohl in liebevollem Schwäbisch fragen: „Haben die Jungs noch alle Latten am Zaun?“ Doch für Sebastian Schneider und seine Kollegen stellt die vermeintlich gefährliche Abfahrt ein kalkulierbares Risiko dar. Worum es geht? Irgendwie auch um Latten. Zumindest um Bretter. Um lange Bretter. Sebastian gehört zum Fahrerteam von Root Longboards. 2008 von Alexander Dietrich gegründet, hat sich das Stuttgarter Label mittlerweile zur beliebtesten deutschen Longboard-Marke entwickelt. Vom Stuttgarter Süden zu nationalen und internationalen Rennen. Vom Kessel in die Welt.

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„Ziel unseres Sauhaufens ist es, möglichst hochwertige Longboards für den Downhillsport zu machen“, sagt Sebastian. Und klar, von der Qualität ihrer Boards überzeugen sich die Jungs auch regelmäßig selbst. Nicht selten brettern die Teamfahrer die Alte Weinsteige hinunter und bremsen dann in der Root-Filiale ein. Die  befindet sich seit Anfang diesen Jahres am Marienplatz.

 

Sebastian nennt die Manufaktur das Zentrum der Macht.

 

Dort schnitzen und bemalen Alex Dietrich und Ben Beger in hundert Prozent Handarbeit Longboards, die nicht nur optisch einiges hermachen, sondern auch in Sachen Qualität bombe sind – darauf lege man bei Root viel Wert. „Das sind exzellente Longboards, die aus hochwertigem Carbon, Glasfaserlagen und Hölzern aus den heimischen Wäldern gefertigt sind“, berichtet Sebastian.

Ein besonderes Schmankerl haben die Jungs dieses Jahr ausgegraben: Gemeinsam mit dem Filmer und Longboard-Kumpel Pat Adlinger waren ein paar Jungs der Stuttgarter Root-Familie in den Alpen Frankreichs unterwegs und versuchten die Eindrücke – vor allem, die der Fahrer – in bewegten Bilder festzuhalten. „Das war ein Highlight“, sagt Sebastian über den 4000-Kilometer-Trip, der das Team entlang „der endlos erscheinenden italienischen Autobahn, voller überzogener Mautgebühren, vorbei an paarungswilligen Murmeltieren und am Ende zu einigen der höchsten Pässe Europas“ führte (siehe Video).

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Doch wie kommt man darauf, eine Longboard-Brand zu kreiern? „Da ist jeder so ein bisschen reingerutscht“, sagt Teamfahrer Sebastian. „Ich mein, Skateboards zu bauen und zu fahren hat keinen besonderen Mehrwert. Es wird auch nicht die Welt verändern, es macht aber einfach exorbitant viel Spaß, solche Bretter zu entwickeln, sie zu bauen und dann damit eine möglichst schnelle Straße runter zu schallern.“

Und warum stürzt man sich auf einem Brett todesverrückt nicht ungefährliche Abfahrten hinunter? Sebastian lächelt und sagt: „Klar ist es auch ein bisschen gefährlich. Aber im Grunde genommen ist das Longboard wie das Snowboard fahren. Wenn man langsam anfängt und es nicht gleich übertreibt ist man recht schnell sicher unterwegs.“ Für mich ist das die maßlosteste Untertreibung seit Zeit- und Kostenschätzung für Stuttgart 21. Die Jungs haben nicht alle Latten im Zaun. Aber sie können halt damit umgehen.

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Neben den beiden Werkstatt-Dudes besteht die Root-Posse aus einem bunt gemischten Pack an Skatern, die über ganz Deutschland und Europa verteilt sind. Jedoch setzt sich der Kern aus Stuttgarter Jungs zusammen – wie dem vierfachen Deutschen Meister Sebastian Hertler, den „Youngguns“ Pan Diemer und Adrian Wersching, sowie Sebastian Schneider, Moritz Mitreuter, dem Besitzer des „Flatspot Skateshops“ Andreas „Asphaltritter“ Mangold, Skater und Filmer Pat Aldinger, Gerrit Geiger, dem Münchner DJ Florian Fellner sowie Luca „Cini“ Lamborghini.

 

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Marcel Schlegel
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Schreibt viel und immer mit zwei Fingern. Mal über dies, mal mehr über das. Stärke: die Kommasetzung. Punkt. Ein Werdegang in Linkform – hier: http://bit.ly/2ajtdCU

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