In der Serie Fragen über Fragen stellen wir unseren Gästen ein paar Fragen, die ihnen wohl nicht allzu oft gestellt werden. Diesmal am Start: der Mainzer Produzent Shuko.

Shuko gehört zu den renommiertesten Beatmachern des Landes. Unter anderem reimten schon deutsche Stars wie Cro oder US-Größen wie Talib Kweli, Grand Puba oder C.L. Smooth über seine Beats. Einst lernte der Mainzer von f.audiotreats das Produzieren, gemeinsam mit seinem Mentor hat Shuko zuletzt den vierten Teil der Instrumental-Serie “Cookies & Cream” veröffentlicht.

Ein Interview von Marcel Schlegel


Warum eigentlich Shuko? – Ich war ein riesiger Shurik’n-Fan so um ’99 rum und mein damaliger DJ kam dann auf den Name „Shuko“. Ich fand den irgendwie gut (lacht).

Fasse die Geschichte, wie du zum Beatmaker wurdest, in drei Sätzen zusammen! – Hab’ schon immer gerne Musik gemacht, dann irgendwann mit Rap angefangen. Aber weil man so whack war, gab’s keine Beats für mich. Also musste ich die selber machen. Dann ein Jahr lang auf eine MPC gespart und schließlich jeden Tag Beats gemacht. Dabei f.audiotreats kennengelernt – und von da an ging es rund.

Was wollten deine Eltern immer, dass du mal wirst? – Alles, bloß kein Musiker.

Vinnie Paz (Jedi Mind Tricks), Evidence (Dilated Peoples), Blu, Masta Ace, B-Real (Cypress Hill) – die Liste an Rappern, die über deine Beats gereimt haben, ist so namhaft wie lang. Auf welche Songs oder welches Features bist du besonders stolz?

Nico Suave ft. Beginner – weil ich fünf Jahre zuvor noch als Fan ganz vorne auf deren Shows war.

Outerspace ft. Sadat X – weil ich da das erste Mal in New York war und gleich im selben Studio, in dem schon Michael Jackson, Biggie und viele andere ihre Tracks recordet hatten. Und ja, weil damals das erste Mal Geld gesehen habe für Beats.

Cro – „Erinnerung“ – weil es mein erster Beat war, bei dem ich versucht habe, dass die Melo nach Sample klingt und es der Startschuss war für eine sehr erfolgreiche Zeit mit Carlo.

Beschreibe jede Platte der „Cookies & Cream“-Reihe mit einem Satz? – Sommersoundtrack. Alle.

Hast du eine Lieblingsplatte der „C &C“-Reihe oder einen Lieblingstrack? – Klingt womöglich blöd, aber jede und jeder einzelne. Jede Platte steht immer für einen bestimmen Zeitabschnitt in meinem Leben.

Wie läuft das ab, wenn f.audiotreats und du zusammen Musik macht? – Erstmal spielen wir uns unsere Ideen vor, dann legen wir direkt los. Entweder hat Frank schon ein paar Samples am Start oder ich zocke etwas am Klavier – und dann geht’s bis spät in die Nacht und das über mehrere Tage hinweg. Und wir haben einfach Spaß, ohne Druck, und machen, worauf wir Bock haben.

Welchen seiner Beats hättest du gerne gemacht, welches ist sein Meisterstück? – Das sind viel zu viele. Er ist wirklich ein ganz großer Beatmaker und leider für viele unter dem Radar.

Welches Instrumental – von wem auch immer – hättest gerne du produziert? – Michael Jackson mit „Human Nature“. Ich wäre sehr gerne in dieser Session dabei gewesen und hätte den Vibe gecatcht.

Bedroom-Production oder Studio? – Beides geil, momentan habe ich ein großes Studio für Sessions und so weiter und ein kleines für mich zum Basteln. Ich feier’ das auch grade: das Sich-Aussuchen-Können. Es braucht nicht immer viel Zeug, um gute Beats zu machen.

Analog oder am Rechner? – Momentan viel am Rechner, weil es meistens schnell gehen muss. Aber ich werde mir die neue MPC mal zulegen, weil ich schon ein Analog-Typ bin. Da ich aber sehr viel unterwegs bin, ist ein mobiles Setup schon hilfreich.

Wenn du mit einem Künstler einen Track aufnehmen könntest, wer wäre das? – Eminem, weil man im Leben Träume und Ziele braucht und das dann doch eher unwahrscheinlich ist (lacht).

Du kannst dich mit einer Persönlichkeit deiner Wahl zum Essen treffen: Wer, wo, was gäbe es und worüber würdet ihr sprechen? – Gute Frage, ich würde mich gerne mit Rick Rubin treffen. Wäre wohl irgendwo in Cali in irgendeinem Vegan-Schuppen und ich würde gerne wissen, wie er es in diesem Business so lange aushalten und sich dabei immer wieder neu erfinden konnte.

Wir zahlen dir eine Reise, morgen geht’s los. Wohin geht die Reise? – Japan. Bestes Land zum Diggen!

Okay, leider musst du aber auf die berühmte einsame Insel: Welche drei Platten packst du ein? 

People under the stairs – O.S.T. das beste Album zum Chillen.

The Internet – Ego Death; seit zwei Jahren mein Lieblingsalbum.

Lupe Fiasco – Food & Liquor; habe ich schon ewig nicht mehr gehört und war damals mein alltime favorite.

Wir träumen: Du hast alles Geld der Welt, was würdest du machen? – Ich würde alles genauso machen wie jetzt auch! Ich bin happy, wo ich gerade bin, würde vielleicht aber nicht mehr so viele Jobs annehmen und mehr Zeit mit meiner Family verbringen.

Was war das beste Konzert, das du als Zuschauer je besucht hast? – Ich bin nicht so der Konzertbesucher, da ich meist froh bin, meine Freizeit mal mit etwas zu verbringen, das nichts mit Musik zu tun hat. Deshalb kann ich da nichts Besonderes nennen – bis auf IRA MAY als Vorgruppe für Jamie Cullum in Mannheim. Das war schon Gänsehaut pur.

Wofür gibst du zu viel Geld aus? – Für Equipment und Vinyl.

Worauf lässt du nichts kommen? – Auf meine Familie.

Womit kann man dich glücklich machen? – Hugs.

Sag’ uns etwas, von dem du wirklich keinen Plan hast? – Mathematik und Physik.

Was nervt dich gerade so richtig? – Menschen, die zu viel Zeit haben, und das Internet mit gefährlichem Halbwissen vollmüllen.

Welches Lied oder welches Album feierst du grade?  – Gerade feiere ich voll: Terrance Martin Presents The Pollyseeds – “Intentions” ft. Chachi.

Zum Schluss hast du die Chance, einen Kollegen oder eine Kollegin zu grüßen! – Ich grüße alle Beatmaker und Producer, die sich trotz des ganzen Zirkus im Musikbusiness nicht vom Weg abbringen lassen und immer noch mit Leidenschaft und Spaß an der Sache sind. Die haben meinen größten Respekt.

INTERVIEW: f.audiotreats

INTERVIEW: Masta Ace

Marcel Schlegel
Author

Schreibt viel und immer mit zwei Fingern. Mal über dies, mal mehr über das. Stärke: die Kommasetzung. Punkt. Ein Werdegang in Linkform – hier: http://bit.ly/2ajtdCU

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